Dokumentation des Redebeitrags der Initiative

Nachstehend wird der Redebeitrag der Initiative, der während des Gedenkspaziergangs am 09. November am Börneplatz verlesen wurde, dokumentiert. Des weiteren findet man ihn als PDF Version unter der Rubrik „Texte“, sowie den leicht überarbeiteten Beitrag „Zum 9. November 1938“.

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09. November 2010 // Antifaschistischer Gedenkspaziergang

Zum Gedenken der Opfer der Novemberpogrome um den 09.11.1938 und des Nationalsozialismus lädt ein Bündnis verschiedener Frankfurter Gruppen und Initiativen zu einem Antifaschistischen Spaziergang ein. Treffpunkt ist die Alte Synagoge auf der Friedberger Anlage 6, am 09.11.2010 um 18:00 Uhr. Von dort aus wird es, begleitet von einigen Redebeiträgen, einen kleinen Stadtrundgang  geben. Interessierte sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen: http://antifaspaziergang.blogsport.de/

 

 

 

Mittwoch 06.10.2010 // Buchvorstellung „Iran im Weltsystem“ & „Verratene Freiheit“ // IG Farben Campus 20:00 Uhr

Mittwoch, 06.10.10, 20.00 Uhr, Raum NG.1.741a am I.G.Farben-Campus der Uni Frankfurt, Grüneburgplatz 1. „Iran im Weltsystem – Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung “ und “Verratene Freiheit – Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens“ Bücherpräsentation und Vorträge mit den Herausgebern Stephan Grigat (Wien), Oliver Piecha (Wiesbaden) und Thomas von der Osten-Sacken (Frankfurt). Moderation: Alex Feuerherdt (Köln).

Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren. Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht war die “Islamische Republik Iran“ in den letzten 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der globalen Machtstruktur, dem von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet wurde.
“Iran im Weltsystem“ analysiert neben Perspektiven der neu konstituierten iranischen Freiheitsbewegung und dem aktuellen Stand des Nuklearprogramms die globale Bündnispolitik des iranischen Regimes. Die Beiträge beschreiben die europäische, russische und US-amerikanische Iran-Politik, thematisieren die Bedrohung Israels, skizzieren die aktuellen Wirtschaftsbeziehungen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz zum Iran und beleuchten die Bündnispolitik des Regimes in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Begeisterung von Neonazis für das iranische Regime wird ebenso unter die Lupe genommen wie die Bewunderung für das iranische Kino.

Es war nicht nur ein Protest gegen gefälschte Wahlen, der sich im Juni 2009 im Iran erhob, sondern ein massenhafter Aufstand, ja, eine demokratische Revolutionsbewegung: Millionen haben gründlich die Nase voll von den Mullahs. Das gute Leben und die Freiheit. Die zwei uneingelösten Glücksversprechen der bürgerlichen Revolution waren damit auf die Tagesordnung gekommen. Nicht etwa in Europa, sondern in den Straßen des Iran. In Europa und den USA dachte man jedoch noch nicht einmal daran, diesen Aufstand zu unterstützen, man beließ es bei Lippenbekenntnissen. Aber auch in Europa gehören die uneingelösten Glücksversprechen auf die Tagesordnung. Freiheit und ein gutes Leben gibt es nirgendwo umsonst.
“Verratene Freiheit” ist ein Buch über die Freiheit und den westlichen Verrat an ihr; ein Plädoyer von Autorinnen und Autoren aus Europa, dem Iran und den USA für einenneuen Säkularismus und gegen den »Sozialismus des 21. Jahrhunderts«.

Veranstalter: Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer:
Honestly-Concerned, Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus, Jüdischer Jugend- und Studentenverband Hessen und Zionistische Organisation Frankfurt

Zeit- und Raumänderung bei der Veranstaltung mit Samuel Salzborn

// ACHTUNG: ZEIT- UND RAUMÄNDERUNG \\

Mittwoch, 07. Juli, Raum NG 2.701, 18:00 Uhr

PD Dr. Samuel Salzborn, Gießen

Kritische Theorie der Politik. Franz L. Neumann und die Frankfurter Schule

Franz L. Neumann versuchte in seinen Schriften eine Verknüpfung von rechts- und politikwissenschaftlichen Ansätzen mit den Perspektiven der Kritischen Theorie. Berühmt wurde er durch seine Analyse des Nationalsozialismus in dem Werk „Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus“. Seine Arbeiten waren geprägt von der Auseinandersetzung mit drei deutschen Staatssystemen und vermittelt durch seine Erfahrungen im britischen und amerikanischen Exil. In dem Vortrag soll der Versuch einer Vermittlung zwischen Neumanns theoretischen Positionen und seinen biografischen Erfahrungen unternommen werden.

Dieswöchige Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Studieren nach Auschwitz“

Die Hälfte der Veranstaltungsreihe „Studieren nach Auschwitz. Universität und Nationalsozialismus“ ist nun schon vorbei, es verbleiben noch vier Termine, drei davon diese Woche. Darunter auch der verschobene Vortrag der Free Class FaM. Nächste Woche Mittwoch, den 07.07.2010 wird dann die Abschluss Veranstaltung mit Samuel Salzborn stattfinden. Da an diesem Termin das WM-Halbfinal Spiel statt finden wird, sehen wir uns leider – vor allem in Rücksicht auf den Referenten, bezüglich möglichen Zuhörenden – dazu gezwungen, den Termin zeitlich vor zu verlegen. Die genaue Uhrzeit und eine eventuelle Raumänderung wird selbstverständlich rechtzeitig hier bekannt gegeben. Hier nun eine kurze Übersicht der kommenden Veranstaltungen:

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Montag, 28. Juni, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

AG Antisemitismus, Trauma, Tradierung, Frankfurt

Traumatisierte Täter? Zur kulturwissenschaftlichen Relativierung der Shoah

Das Konzept des Traumas hat in den vergangenen Jahren unter kulturwissenschaftlichen Vorzeichen eine entscheidende Wendung erfahren: aus einer psychoanalytischen Kategorie ist ein kulturelles Deutungsmuster geworden. Für den deutschen Erinnerungsdiskurs bedeutet dies: auch die Täter rücken zunehmend in den Fokus der kulturwissenschaftlichen Traumatheorie. Die Rede vom „Tätertrauma“ (Bernhard Giesen) bzw. vom „deutschen Trauma“ (Aleida Assmann) hat inzwischen ihren festen Platz im Erinnerungsdiskurs. Diesen Diskurs wollen wir in unserer Veranstaltung einer Kritik unterziehen: Wenn auch die Täter gelitten haben, womöglich sogar traumatisiert sind, dann erfuhren Täter wie Opfer die Geschichte ähnlich. Wir wollen daher fragen, inwiefern die radikale Trennung von Opfern und Tätern, die den Kern der antisemitischen Verfolgungs- und Vernichtungsgeschichte der Shoah bildet, relativiert, und durch diese Relativierung die Möglichkeit der Aufrechnung und der Parallelisierung von Leid ermöglicht wird.

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Mittwoch, 30. Juni, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

PD Dr. habil. Werner Konitzer, Frankfurt

Philosophie, Volk und Gewalt – zur Rechtfertigung des Nationalsozialismus bei Hans Freyer

Nicht wenige Philosophen haben sich auf der Seite des Nationalsozialismus engagiert. Bis heute wird dieses Engagement eher als eine Anpassung an herrschende Umstände dargestellt. Das gilt nicht für Hans Freyer. Wie Martin Heidegger, Carl Schmitt, Arnold Gehlen bemühte er sich, den Geist der nationalsozialistischen Bewegung mit zu prägen und auf den Begriff zu bringen. Tatsächlich zählen maßgeblich ideologisch inspirierte Haupttäter des Völkermords aus der „Generation des Unbedingten“ (Michael Wildt) zu seinen Schülern. In dem Vortrag wird Werner Konitzer sich vor allem mit Freyers Buch „Ethik des Politischen Volkes“ aus dem Jahre 1934 beschäftigen. Außerdem wird er auch einige Bemerkungen dazu machen, wie dieses Kapitel deutscher Philosophiegeschichte bis in die Gegenwart hinein in Deutschland diskutiert wurde.

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Donnerstag, 1. Juli, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

Free Class FaM

Vom Ort der Barbarei zum Ort der Kunst

Die Leitung des IG Farben Campus wird nicht müde die „zivilisierende Kraft der Ästhetik“ zu beschwören. Mit skurril-kritischem Kunstverständnis sollen dabei die Geister der nationalsozialistischen Geschichte dieses Ortes befriedet und zugleich mahnend gegen studentische Proteste in Stellung gebracht werden. Anhand des Beispiels der pseudo-kritischen Selbstvergewisserung der Goethe-Universität lassen sich dabei sowohl veränderte Legitimationsstrategien herrschender Verhältnisse diskutieren, als auch Veränderungen von Produktionsbedingungen der Kunst selbst – besonders in jenem Feld, das sich als kritisches Kunstfeld versteht.

Aus gegebenem Anlass: Demonstration für Israel und gegen das Bündnis aus Rechtsradikalen, Linken und Islamisten!

Am kommenden Sonntag, 20.06., 13.00 Uhr findet in Frankfurt a. M. eine Demonstration für Israel und gegen das Bündnis aus Rechtsradikalen, Linken und Islamisten statt. Treffpunkt: Bornheim Mitte/Am Uhrtürmchen (U4 vom Hauptbahnhof, Station Bornheim Mitte).

Am Vorabend um 19 Uhr wird zudem Joachim Bruhn einen Vortrag zur Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland halten, im Institut für vergleichende Irrelevanz, Kettenhofweg 130 in Frankfurt a. M. (U4/U6/U7, Station Bockenheimer Warte).

Weitere Informationen: www.gruppemorgenthau.blogsport.de und www.prozion.de