Dieswöchige Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Studieren nach Auschwitz“

Die Hälfte der Veranstaltungsreihe „Studieren nach Auschwitz. Universität und Nationalsozialismus“ ist nun schon vorbei, es verbleiben noch vier Termine, drei davon diese Woche. Darunter auch der verschobene Vortrag der Free Class FaM. Nächste Woche Mittwoch, den 07.07.2010 wird dann die Abschluss Veranstaltung mit Samuel Salzborn stattfinden. Da an diesem Termin das WM-Halbfinal Spiel statt finden wird, sehen wir uns leider – vor allem in Rücksicht auf den Referenten, bezüglich möglichen Zuhörenden – dazu gezwungen, den Termin zeitlich vor zu verlegen. Die genaue Uhrzeit und eine eventuelle Raumänderung wird selbstverständlich rechtzeitig hier bekannt gegeben. Hier nun eine kurze Übersicht der kommenden Veranstaltungen:

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Montag, 28. Juni, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

AG Antisemitismus, Trauma, Tradierung, Frankfurt

Traumatisierte Täter? Zur kulturwissenschaftlichen Relativierung der Shoah

Das Konzept des Traumas hat in den vergangenen Jahren unter kulturwissenschaftlichen Vorzeichen eine entscheidende Wendung erfahren: aus einer psychoanalytischen Kategorie ist ein kulturelles Deutungsmuster geworden. Für den deutschen Erinnerungsdiskurs bedeutet dies: auch die Täter rücken zunehmend in den Fokus der kulturwissenschaftlichen Traumatheorie. Die Rede vom „Tätertrauma“ (Bernhard Giesen) bzw. vom „deutschen Trauma“ (Aleida Assmann) hat inzwischen ihren festen Platz im Erinnerungsdiskurs. Diesen Diskurs wollen wir in unserer Veranstaltung einer Kritik unterziehen: Wenn auch die Täter gelitten haben, womöglich sogar traumatisiert sind, dann erfuhren Täter wie Opfer die Geschichte ähnlich. Wir wollen daher fragen, inwiefern die radikale Trennung von Opfern und Tätern, die den Kern der antisemitischen Verfolgungs- und Vernichtungsgeschichte der Shoah bildet, relativiert, und durch diese Relativierung die Möglichkeit der Aufrechnung und der Parallelisierung von Leid ermöglicht wird.

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Mittwoch, 30. Juni, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

PD Dr. habil. Werner Konitzer, Frankfurt

Philosophie, Volk und Gewalt – zur Rechtfertigung des Nationalsozialismus bei Hans Freyer

Nicht wenige Philosophen haben sich auf der Seite des Nationalsozialismus engagiert. Bis heute wird dieses Engagement eher als eine Anpassung an herrschende Umstände dargestellt. Das gilt nicht für Hans Freyer. Wie Martin Heidegger, Carl Schmitt, Arnold Gehlen bemühte er sich, den Geist der nationalsozialistischen Bewegung mit zu prägen und auf den Begriff zu bringen. Tatsächlich zählen maßgeblich ideologisch inspirierte Haupttäter des Völkermords aus der „Generation des Unbedingten“ (Michael Wildt) zu seinen Schülern. In dem Vortrag wird Werner Konitzer sich vor allem mit Freyers Buch „Ethik des Politischen Volkes“ aus dem Jahre 1934 beschäftigen. Außerdem wird er auch einige Bemerkungen dazu machen, wie dieses Kapitel deutscher Philosophiegeschichte bis in die Gegenwart hinein in Deutschland diskutiert wurde.

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Donnerstag, 1. Juli, Raum IG 0.254, 20:00 Uhr

Free Class FaM

Vom Ort der Barbarei zum Ort der Kunst

Die Leitung des IG Farben Campus wird nicht müde die „zivilisierende Kraft der Ästhetik“ zu beschwören. Mit skurril-kritischem Kunstverständnis sollen dabei die Geister der nationalsozialistischen Geschichte dieses Ortes befriedet und zugleich mahnend gegen studentische Proteste in Stellung gebracht werden. Anhand des Beispiels der pseudo-kritischen Selbstvergewisserung der Goethe-Universität lassen sich dabei sowohl veränderte Legitimationsstrategien herrschender Verhältnisse diskutieren, als auch Veränderungen von Produktionsbedingungen der Kunst selbst – besonders in jenem Feld, das sich als kritisches Kunstfeld versteht.

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