Studieren nach Auschwitz Wintersemester 2011/12

STUDIEREN NACH AUSCHWITZ
Veranstaltungsreihe der Initiative Studierender am IG Farben-Campus im Wintersemester 2011/12

Die Initiative Studierender am IG Farben Campus wird die, im Sommersemester 2010 begonnene, Veranstaltungsreihe „Studieren nach Auschwitz“ fortsetzten. Vorerst mit drei Veranstaltungen in diesem Jahr, zu denen wir alle Interessierten herzlich einladen. Im folgenden der Überblick über die Veranstaltungen:

Dienstag, 22.11., 20 Uhr, KoZ (Bockenheim)

De-Education. Thesen gegen die auferstandene Kultur am Campus Westend

Patrick Schwentke, Johannes Rhein (Initiative Studierender am IG Farben-Campus, Frankfurt)

Das Ende des Campus Bockenheim ist absehbar. In einigen Jahren werden wesentliche Teile der Goetheuniversität vollständig umgezogen sein an einen Ort, der untrennbar mit der Geschichte der IG Farben und damit dem antisemitischen Massenmord der Shoah verbunden ist. Ausgerechnet hier, am angeblich schönsten Campus Europas, wurde der “Palast des Geistes” ausgerufen – eine Leistung, für die man gehörig die Geschichte auch der eigenen Institution verdrängen muss. Die Initiative Studierender am IG Farben-Campus stellt diese neue Universität zur Kritik und lädt ein zur umfassenden Revision ihrer Imagekampagne.

 

Donnerstag, 8.12., 19.30h, IG 0.457, IG Farben-Haus (Westend)

Intervention, please! Hegemoniale Geschichtskonstruktionen durch künstlerische und politische Strategien herausfordern.

Katharina Morawek, Tatiana Kai-Browne, Eduard Freudmann (Plattform Geschichtspolitik, Wien)

Wie werden hegemoniale geschichtliche Narrative innerhalb öffentlicher Diskurse geformt? Inwieweit dienen sie zur Konstruktion nationaler Identitäten, was sind die Kontinuitäten, was die Brüche zu Täter_innenregimen wie dem Austro-Faschismus oder dem Nazismus? Welche Geschichten werden gefördert, welche unterdrückt? Und schließlich: Was sind mögliche Interventionen in solche geschichtspolitischen Zustände?

Teilnehmer_innen der Wiener Arbeitsgruppe Plattform Geschichtspolitik werden eine Reihe von Arbeiten vorstellen, die während der letzten Jahre realisiert wurden. Die Plattform Geschichtspolitik ist eine Initiative von Student_innen, Aktivist_innen und Lehrenden, die der Akademie der bildenden Künste Wien nahe stehen, und versteht sich als offenes Kollektiv im Sinne jener Arbeitsgruppen, die im Rahmen der Akademiebesetzung 2009/10 entstanden sind. Die Plattform Geschichtspolitik versucht Diskussionen über Geschichtspolitiken an der Akademie zu evozieren und einen kontinuierlichen Prozess zu etablieren, in dem die Teilhabe an Kolonialismus, (Austro-)Faschismus und Nazismus kritisch reflektiert und öffentlich verhandelt wird.

Donnerstag, 15.12., 19.30h, IG 0.457, IG Farben-Haus (Westend)

Kultur, Volk und Rasse. Die deutsche Ethnologie im Nationalsozialismus und ihre Aufarbeitung

Janne Mende (Gießen)

Die deutschsprachige Ethnologie hat sich verhältnismäßig spät mit ihrer Rolle im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Obwohl es mittlerweile wichtige Forschungen auf dem Gebiet gibt, bleiben zentrale Aspekte der Zusammenarbeit von Ethnologen mit dem NS-Regime, sowohl in Afrika als auch in Osteuropa und Asien, sowie die Bedeutung des Antisemitismus ein auffälliges Randthema. Darüber hinaus lassen sich in aktuellen ethnologischen Debatten auch Tendenzen von Rationalisierungen, Relativierungen und Reduktionen auffinden. Diese zeigen, dass Form und Inhalt der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit die heutige Ethnologie nicht unberührt lassen. Im Vortrag werden neben der Skizzierung von Formen ethnologischer Zusammenarbeit mit dem NS vor allem exemplarische Argumentationsmuster in aktuellen ethnologischen Debatten zum Umgang mit der eigenen Vergangenheit zur Diskussion gestellt.

 

Unterstützt von: AStA der Goetheuniversität, Fachschaft 03, AStA der Fachhochschule Frankfurt

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