Mittwoch 07. März // Das Subjekt der Euthanasie. Vortrag und Diskussion mit Christoph Schneider

Obwohl sich die Auseinandersetzungen um den guten Tod wenigstens etymologisch in die Antike zurückverfolgen lassen, gewann der Begriff der Euthanasie seine spezifische Bedeutung erst in der Moderne. Jenseits der gängigen Einteilung in einen eugenischen Diskurs bis in die 1930er, in die Ideologie und Praxis der NS-Vernichtungspolitik und in eine um Selbstbestimmung kreisende Diskussion der Sterbehilfe heute stellt sich die Frage, wie sich die übergreifende Logik einer modernen Euthanasie im Spannungsfeld von Bevölkerungspolitik und individueller Freiheit beschreiben lässt. In der historischen Rekonstruktion zeigt sich, dass das selbstbestimmte Verlangen nach dem Tod und die Verfügung über Nichteinwilligungsfähige ab Ende des 19. Jahrhunderts zu zwei Teilen eines Begründungszusammenhangs wurden. Das Ineinander von Zwang und Autonomie ist konstitutives Moment der modernen Euthanasie. Weder war sie je frei von Werturteilen und Nutzenkalkülen, noch antwortet sie auf ein zeitloses Problem des guten Todes.

Christoph Schneider hat 2011 das Buch: Das Subjekt der Euthanasie. Transformationen einer tödlichen Praxis vorgelegt.

Mittwoch 7. März 2012, 20 h
Casino 1.802, IG Farben-Campus
Grüneburgplatz 1, Frankfurt am Main

Unterstützt vom AStA der Universität Frankfurt

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