„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“. Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber

„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“
Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber (beide Halle/ Saale)

Donnerstag, 10.10.13, 20 Uhr, Café KoZ, Campus Bockenheim der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26

In den Jahren 1969 und 1970 wurden die Bundesrepublik Deutschland und Westberlin von einer beispiellosen antizionistischen Krawall- und Terrorwelle überrollt. Die Täter kamen aus dem Umfeld der Neuen Linken, die ihren zurückhaltenden Proisraelismus nach dem Sechstagekrieg gegen einen vehementen Antizionismus eingetauscht hatte. Vor diesem Hintergrund erschien mit Michael Landmanns Buch „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ eine der ersten kritischen Auseinandersetzungen mit der Israelfeindschaft der Neuen Linken. Mit ihrer antizionistischen Wende, so Landmann, verwandle sich die Protestbewegung von einer „echten“ in eine „Pseudolinke“.

Inzwischen ist die Neue Linke, auf die sich Landmann bezog, zwar verdientermaßen marginalisiert. Sie hat ihre Aufgabe – die Konservierung des Irrsinns von Volk, Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit in einer Zeit, in der kein großer Bedarf danach bestand – jedoch erfüllt. So findet sich der Antizionismus längst nicht mehr nur in linken Klein- und Großsekten wie die der Linkspartei, dem Freiburger „Café Palestine“ oder der antiimperialistischen Schlägertruppe, die vor einigen Jahren in Hamburg die Aufführung von Claude Lanzmanns Film „Pourquoi Israël“ verhinderte. Sondern der antiisraelische Furor ist im politischen Mainstream angekommen, in dem die Unterscheidung zwischen „links“ und „rechts“ ohnehin kaum noch getroffen werden kann. Um die einschlägigen Stereotypen zu hören, muss kein Vortrag eines autonomen oder marxistisch-leninistischen Selbstfindungszirkels mehr besucht werden, sondern es genügt, die „Süddeutsche Zeitung“ aufzuschlagen oder den Bericht über Israel auf „3Sat“ zu schauen.

Aus diesem Grund soll mit Michael Landmann nicht nur einer der ersten linken Kritiker des neulinken Antizionismus gewürdigt werden. Vielmehr soll unter Rekurs auf Landmanns Ausführungen von den Hintergründen des neuen Antisemitismus den Transformationen, die der Israelhass in den letzten vierzig Jahren durchgemacht hat, und der Aktualität der Kritik gesprochen werden.

Es sprechen Anja Worm und Jan Gerber („Materialien zur Aufklärung und Kritik“ Halle/ Saale). Sie sind Herausgeber der Neuauflage von Michael Landmanns „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ (Freiburg: ça ira Verlag 2013) und Curt Geyer u.a.: Fight for Freedom. Die Legende vom „anderen Deutschland“, Freiburg (ça ira Verlag) 2009.

Veranstalter: Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus und Prozionistische Linke Frankfurt
Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt, Bundesverband Jüdischer Studierender in Deutschland, Ca ira Verlag und Jüdischer Jugend- und StudentenverbandHessen
Weitere Informationen: http://www.initiativestudierenderamigfarbencampus.wordpress.com und http://www.prozion.de

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