Auschwitz – Monowitz: ein zu bestimmendes Verhältnis [Asta-Zeitung, FFM 01/2013]

„Diese Vergangenheit nicht zu kennen heißt, sich selbst nicht zu begreifen.“
(Raul Hilberg im Vorwort zur deutschen Ausgabe seines Werks Die Vernichtung der europäischen Juden)

I. Im inneruniversitären Frankfurter Diskurs, weisen seit dem Umzug der Universität auf den sogenannten Campus Westend verschiedene Gruppen immer wieder auf das Konzentrationslager Monowitz hin. Sie betonen, dass es wichtig ist, sich mit Monowitz als eigenständigem Konzentrationslager auseinanderzusetzen; gerade auch, um damit die Verbindung mit dem IG Farben Campus begreifen zu können. Die Schwierigkeit besteht darin, Monowitz in seiner Besonderheit zur Sprache zu bringen, ohne aus dem Blick zu verlieren, dass Monowitz eines der Konzentrationslager Auschwitz‘ war. Im Folgenden sollen einige Überlegungen zum Verhältnis von Auschwitz und Monowitz angestellt werden.
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Monowitz. Nie gehört? Zu einer Leerstelle im Gedenken [Asta-Zeitung, FFM 02/2012]

Vermutlich kennen nur wenige Angehörige der Goethe-Universität die Geschichte des Konzentrationslagers Monowitz. Doch auf dem IG-Farben-Campus zu studieren und zu arbeiten, heißt auch, sich mit der Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen: Das IG-Farben-Haus ist untrennbar mit Monowitz verbunden.

„Rassenhygiene“, Bücherverbrennungen, Ausschluss jüdischer Studierender und Lehrender aus den Hörsälen: Deutsche Universitäten im Nationalsozialismus integrierten sich nahezu vollständig in die Volksgemeinschaft. Auch die Frankfurter Hochschule hat ihre eigene kaum aufgearbeitete NS-Geschichte.1

Der Einzug in den ehemaligen Hauptsitz der IG Farben 2001 fordert zusätzlich eine spezifische Form der Reflexion auf diesen Ort. Dennoch wurde eine solche von der Universitätsleitung nicht in den Mittelpunkt des Umgangs mit dem neuen Campus gerückt. Die Form der Auseinandersetzung mit der Geschichte des sogenannten „Campus Westend“ war von Beginn an umkämpft.2 Die Geschichte dieser Auseinandersetzung verweist auf die fehlende Bereitschaft, die Vergangenheit des Ortes deutlich sichtbar zu machen.

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