Dez./Jan.: Kritischer Rundgang über den IG Farben Campus. Geschichte eines Kampfs um Aufarbeitung der Vergangenheit

*die Uhrzeit für die Campus-Führung am 22.1. wurde geändert: der Rundgang beginnt um 17.30 Uhr.

 

Termine für die nächsten Rundgänge:

11.12.2014, 18 Uhr.

22.01.2015, 17.30 Uhr. [im Rahmen des Kongresses Musik&Erkenntnis]

Treffpunkt ist jeweils im IG Farben Foyer.

Der Umzug der Frankfurter Universität vom Campus Bockenheim auf den sogenannten Campus Westend, ehemals Hauptverwaltung der IG Farbenindustrie AG, die in mehrfacher Weise an der Shoah beteiligt war, wurde von Anfang an von geschichtspolitischen Auseinandersetzungen zwischen Universität, Studierenden, Fritz Bauer Institut und Überlebenden des von der IG Farben betriebenen KZ Auschwitz III Monowitz begleitet.
Dass sich auf dem von uns IG Farben Campus genannten Gebiet heute Zeugnisse der Geschichte dieses Ortes finden, ist nicht etwa durch die Universität, sondern gegen sie durchgesetzt worden. Eingefordert und erzwungen werden sollte ein Umgang der Universität Uni100_6mit diesem Ort, der wenigstens in Ansätzen mit »Aufarbeitung der Vergangenheit« beschrieben werden kann; oftmals erfolglos. Wesentliche Forderungen wie die nach der Umbenennung des Grüneburgplatz in Nobert-Wollheim-Platz befinden sich erst jetzt, nach einem Jahrzehnt, in Umsetzung. Aber immerhin, so muss man sagen, gibt es mittlerweile einiges, was an die Geschichte der IG Farben erinnert.
Die Führung soll die wesentlichen Etappen dieses Kampfs um Aufarbeitung der Vergangenheit anhand einiger Orte auf dem IG Farben Campus rekonstruieren. Dabei soll sowohl die Architektur des IG Farben Hauses, die Teile der Dauerausstellung zur IG Farben AG, die Gedenkplatten sowie das Norbert-Wollheim-Memorial vorgestellt werden.

Bild von hier: http://www.zuendwerk-feuerwerk.de/uploads/pics/Uni100_6.jpg

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Ringvorlesung 40 Jahre Freie Schule Frankfurt

hiermit möchten wir auf eine interessante Veranstaltungsreihe hinweisen, die wir unterstützen:
eine Ringvorlesung zu 40 Jahre Freie Schule Frankfurt, die Fragen nach Erziehung zur Mündigkeit, antiautoritärer Erziehung, der Möglichkeit von Inklusion und freien Schulen nachgeht.

Ringvorlesung 40 Jahre FSF
Alle Veranstaltungen finden im Raum IG 311, I.G.Farben-Campus der Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, statt und werden unterstützt vom AStA der Universität Frankfurt und der Initiative Studierender am I.G.Farben-Campus. Eintrittspreis nach eigenem Ermessen.

Freie Schule Frankfurt, Vogelweidstraße 3, 60596 Frankfurt, http://www.freie-schule-frankfurt.de

https://www.facebook.com/events/1534775476765203/

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Workshop „Soziologie des Vernichtungslagers

Am 27.10. beginnt die Workshopreihe „Soziologie des Vernichtungslagers“, die dann immer montags, 18-20, im Jügelhaus H 8 stattfinden wird.

Die Initiative Studierender am IG Farben Campus wird in diesem Rahmen am 10.11. einen Workshop zu AUSCHWITZ III MONOWITZ organisieren.

hier die infos zur Workshopreihe:

Der Workshop stellt eine Veranstaltung des FB 3 dar im Rahmen des „Förderfonds Lehre“. In einer Folge von wöchentlichen Diskussionssitzungen stellen Studenten, externe Gäste und Hochschullehrer (FB 3) Perspektiven vor zum Thema nationalsozialistisches Vernichtungslager. Die soziologische Rahmung versteht sich nicht als gegebene theoretische Leitlinie, die es dazu ohnehin nicht gibt, da die Soziologie sich kaum damit beschäftigt hat. Vielmehr soll eine soziologische Perspektive erst erarbeitet werden in einer interdisziplinären Diskussion.

Konzeption und Leitung des Workshops: PD Dr.Ferdinand Zehentreiter (FB 3), stud.Hilfkräfte: Stud.Soz Jördis Spengler, Dipl.Soz Markus Jurk.workshop-soziologie-lager(1)

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Mythos „Trümmerfrauen“: Die Geschichte eines deutsch-deutschen Erinnerungsortes

* Der Raum für die Veranstaltung steht fest. Diese wird in Casino 1.801 auf dem IG Farben Campus stattfinden*
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25.11.2014, 18 Uhr: Casino 1.801, IG Farben Campus, Goethe-Universität Frankfurt.

Die „Trümmerfrau“ gehört zum festen Repertoire nahezu jeder historischen Darstellung der Nachkriegszeit, ganz gleich ob in TV- und Printmedien, in Schulbüchern oder in Ausstellungen der historischen Museen. Vor diesem Hintergrund spürt Leonie Treber in ihrem Vortrag dem Mythos der „Trümmerfrauen“ nach. Sie stellt dar, wie die Enttrümmerung der Städte stattgefunden hat und welche Rolle dabei den deutschen Frauen zukam. Davon ausgehend zeigt sie, wie der Mythos der „Trümmerfrau“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit entstanden ist und mit welchen Bedeutungsinhalten er seitdem in BRD, DDR und dem wiedervereinten Deutschland aufgeladen wurde bzw. wird.

Leonie Treber ist Zeithistorikerin und hat 2013 an der Universität Duisburg-Essen promoviert. Die dabei entstandene Arbeit ist im Sommer 2014 im Klartext Verlag erschienen, unter dem Titel: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes.

Kritischer Rundgang über den IG Farben Campus. Geschichte eines Kampfs um Aufarbeitung der Vergangenheit

Termine der Rundgänge der Initiative Studierender am IG Farben Campus:

26.09.2014, 13 Uhr
10.10.2014, 16 Uhr
21.10.2014, 18.30 Uhr

Treffpunkt ist jeweils im IG Farben Foyer.

Der Umzug der Frankfurter Universität vom Campus Bockenheim auf den Poelzigplansogenannten Campus Westend, ehemals Hauptverwaltung der IG Farbenindustrie AG, die in mehrfacher Weise an der Shoah beteiligt war, wurde von Anfang an von geschichtspolitischen Auseinandersetzungen zwischen Universität, Studierenden, Fritz Bauer Institut und Überlebenden des von der IG Farben betriebenen KZ Auschwitz III Monowitz begleitet.
Dass sich auf dem von uns IG Farben Campus genannten Gebiet heute Zeugnisse der Geschichte dieses Ortes finden, ist nicht etwa durch die Universität, sondern gegen sie durchgesetzt worden. Eingefordert und erzwungen werden sollte ein Umgang der Universität mit diesem Ort, der wenigstens in Ansätzen mit »Aufarbeitung der Vergangenheit« beschrieben werden kann; oftmals erfolglos. Wesentliche Forderungen wie die nach der Umbenennung des Grüneburgplatz in Nobert-Wollheim-Platz befinden sich erst jetzt, nach einem Jahrzehnt, in Umsetzung. Aber immerhin, so muss man sagen, gibt es mittlerweile einiges, was an die Geschichte der IG Farben erinnert.
Die Führung soll die wesentlichen Etappen dieses Kampfs um Aufarbeitung der Vergangenheit anhand einiger Orte auf dem IG Farben Campus rekonstruieren. Dabei soll sowohl die Architektur des IG Farben Hauses, die Teile der Dauerausstellung zur IG Farben AG, die Gedenkplatten sowie das Norbert-Wollheim-Memorial vorgestellt werden.

 

Die Rundgänge im Oktober finden im Rahmen der „mieten? Ja wat denn??“-Wochen statt.

Buch & Kritik 2014 – „Verschenkte Gelegenheiten“. Buchvorstellung mit Magnus Klaue (Berlin)

klaue-verschenkte.gelegenheitenDonnerstag, 13.02.14, 20 Uhr, Café KoZ, Mertonstraße 26, Frankfurt
„Verschenkte Gelegenheiten“
Buchvorstellung und Diskussion mit Magnus Klaue (Berlin)

In einer Welt, in der sie nicht nur, wie früher auch schon, mit gesellschaftlicher Ohnmacht geschlagen, sondern zum objektiven Anachronismus, zur nur noch lästigen Erinnerung an Unabgegoltenes wurde, ist kritische Theorie zur Parodie ihrer selbst heruntergekommen: Sei es, daß man sie durch mehr oder minder redliche akademische Pflege als immer noch bessere Alternative im Angebot der Denkstile konserviert; sei es, daß man sie als Statthalter einer obskuren intellektuellen Radikalität und Militanz mißversteht, die in Wahrheit nur als Obsession ihrer Verfechter existiert; sei es, daß man sie als Kampfplatz um die jeweils neuesten geistigen Bekenntnisse und Distinktionen in den Dienst nimmt. Nur mehr von marginalen Splittergruppen und aggressiv oder tiefsinnig herumräsonierenden Lesekreisen ernst genommen, verliert sie gerade dadurch ihren Ernst und droht objektiv kryptisch, zu einer besonders elaborierten Form von Obskurantismus zu werden, so daß man, wie Clemens Nachtmann jüngst bemerkte, versucht ist, von der Lektüre Adornos abzuraten, weil Einfalt gegenüber dem Gegenstand offener ist als solches falsche Verstehen. Durch ihre Popularisierung oder vermeintliche Aktualisierung ist dem so wenig abzuhelfen wie durch die immer beliebtere sprachliche Übung, die eigene Sprache durch Nachstellung des „sich“ und frankophone Einsprengsel gerade dann bedeutungsschwer zu adornisieren, wenn man dem Gehalt von Adornos und Horkheimers Denken längst abgeschworen hat. Demgegenüber sollte daran erinnert werden, wie kritische Theorie ihren Anfang nahm: weder als sogenannte kritische Gesellschaftstheorie (die vielmehr ihre Schrumpfform ist) noch als Anweisung auf irgendeine Praxis, sondern als freie, das heißt der Sache nicht nur verpflichtete, sondern sich ihr vorbehaltlos hingebende Reflexion der Erfahrung von Wirklichkeit: in Horkheimers „Dämmerung“, Adornos „Minima Moralia“, Benjamins „Einbahnstraße“ und „Berliner Kindheit um 1900“ und den Feuilletons Siegfried Kracauers, mit sogenannten unsystematischen, gerade darin aber auf Verbindlichkeit zielenden, in ihrer Subjektivität das bloß Subjektive überschreitenden Texten also, denen die Untrennbarkeit von Sprach- und Denkform stets gegenwärtig blieb. Vortrag und Buch versuchen diesen Zusammenhang zu vergegenwärtigen und auf den Einzelnen zurückzuwenden, weil nur im Einzelnen, nicht in durch Bekenntnisse und gegenseitige Verachtung zusammengehaltenen Gruppen, die Hoffnung bewahrt bleibt, daß es irgendwann doch begriffen wird.

Veranstalter: Initiative Studierender am IG Farben Campus und Prozionistische Linke Frankfurt

Unterstützer: AStA der Universität Frankfurt und Ca Ira Verlag 

„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“. Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber

„Never ending story – Das Israelpseudos der Pseudolinken“
Vortrag und Buchvorstellung mit Anja Worm und Jan Gerber (beide Halle/ Saale)

Donnerstag, 10.10.13, 20 Uhr, Café KoZ, Campus Bockenheim der Universität Frankfurt, Mertonstraße 26

In den Jahren 1969 und 1970 wurden die Bundesrepublik Deutschland und Westberlin von einer beispiellosen antizionistischen Krawall- und Terrorwelle überrollt. Die Täter kamen aus dem Umfeld der Neuen Linken, die ihren zurückhaltenden Proisraelismus nach dem Sechstagekrieg gegen einen vehementen Antizionismus eingetauscht hatte. Vor diesem Hintergrund erschien mit Michael Landmanns Buch „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ eine der ersten kritischen Auseinandersetzungen mit der Israelfeindschaft der Neuen Linken. Mit ihrer antizionistischen Wende, so Landmann, verwandle sich die Protestbewegung von einer „echten“ in eine „Pseudolinke“.
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